4. Tiefbauklasse in Amsterdam und Rotterdam

NEWS | 02.07.2012

Tiefbauer in Holland mit Begeisterung für Technik und Fußball: In Amsterdam wurden U-Bahnbaustellen, die Stadt (inkl. Grachtenrundfahrt) sowie das Stadion von AJAX Amsterdam besichtigt. In Rotterdam standen die gewaltigen Bauprojekte der Sturmflutwehr und die Erweiterung des Hafenterminals mit Hafenrundfahrt am Programm.

In der letzten Schulwoche des Schuljahrs 2011/12 besuchte der 4.Jahrgang der Abteilung Tiefbau unter Leitung von Dipl.-Ing. Thomas Macho und Mag. Helga Aumüller Amsterdam und Rotterdam.

In Amsterdam konnten die SchülerInnen die Problematiken einer Stadt am Wasser u.a. beim Baustellenbesuch des U-Bahn Projektes mit Spezialtiefgründungen erkunden. Eine Grachtenrundfahrt, die Innenstadtbesichtigung, das Haus der Anne Frank und das Heineken Museum rundeten die Eindrücke von Amsterdam, einer Stadt mit 1200 Brücken ab.
In Rotterdam bekamen die Schüler Zugang zum gewaltigen Projekt der Sturmflutwehr sowie der Erweiterung des Hafenterminals.

Beim Sturmflutwehr beeindruckte besonders die enorme Größe der einzelnen Flügel, welche die des Eifelturms überschreitet. Das Grundgerüst besteht aus einem einfachen Fachwerk aus Rundprofilen, welche eine Wandstärke von bis zu 9 cm aufweisen. Im Regelfall liegt eine Reservehöhe von 5m zum mittleren Wasserstand vor. Natürlich ist die Konstruktion in Weiß gehalten, weil sonst die Dilatation um die 40 cm betragen würde, was für die Lager unzulässig wäre. Diese Lager sind Stahlkugelgelenklager mit einem Durchmesser von 10m. Aufgrund der Überwachung der Pegel, die im 10-minuten Intervall automatisch erfolgt, kann die Anlage selbstständig geschlossen werden. Der Preis beläuft sich auf ca. 680 Mio. Euro.

Besucherzentrum Maasvlakte 2 mit Informationen über den Hafenzubau für Schiffe mit höherem Tiefgang:
Die Umweltverträglichkeitsprüfung(UVP) für dieses Projekt umfasst  6 000 Seiten. In vielen interaktiven Präsentationen kann man auch verschiedenste Aktivitäten vollführen. Beeindruckend sind die riesigen Ausmaße der künstlich angelegten Flächen und die dabei verwendeten Techniken und Materialen. Derzeit ist Rotterdam der größte Hafen Europas und der 5. größte Hafen der Welt. Das Landgewinnungsprojekt ist vom All aus zu sehen.

Danach fuhr die Klasse mit dem Bus durch den streng überwachten Hafenbereich. Aussteigen dürfen nämlich nicht einmal die Fahrer der LKW. Jeder einfahrende Container wird mittels Laser gescannt und die Passnummern aller Einfahrenden aufgenommen. Sämtliche Container werden auf Strahlenbelastung (AKW-Unfall bzw. Bomben) untersucht. Nur noch die Be-und Entladung der LKWs bzw. Schiffe erfolgt manuell. Sämtliche andere Zwischenstrecken sind voll automatisiert, weshalb auch ein Fotografierverbot am gesamten Areal besteht. Im Hafen gibt es eine Raffinerie die 40 000 Barrels am Tag umschlägt.

Stadion AJAX Amsterdam:
Mit den 52.960 Sitzplätzen ist dieses Stadion das größte Hollands. Das Stadion besitzt ein Dach, welches entlang der Längsseite in zwei Teile unterteilt ist und vor zwei Jahren mit diesem ausgestattet wurde. Mit dem Schließsystem, welches das Dach innerhalb von 18 Minuten schließt, ist es eine der modernsten Anlagen Europas auf diesem Gebiet. Anfangs gab es aufgrund der geringen Belichtung und Belüftung Komplikationen mit dem Wachstum der Rasenfläche. Deswegen musste im vergangenen Jahr der Rasen achtmal ausgetauscht werden, wobei sich ein Tausch auf rund 100 000 Euro beläuft. Dieses Problem wurde heuer durch den Einsatz neuerster Techniken in den Griff bekommen. Eingesetzt werden u.a. unzählige Ventilatoren, 28 Sprenklerdüsen und eine spezielle UV-Belichtung.
Im mitreißenden Vortrag des Stadionführers - gleichzeitig passionierter AJAX Fan - erhielten die SchülerInnen Infos über die Vereinsgeschichte und die bisher schönsten Erfolge bei Großveranstaltungen.